Das Album ist ein absolutes Meisterwerk! Es von vorne bis hinten ununterbrochen durchzuhören kann zu einem Erlebnis werden, das in einigen Aspekten mit dem Erlebnis eines meisterhaften Kinofilms vergleichbar ist: Die Songs gehen ineinander über und bauen aufeinander auf, eine Gesamtspannung steigert sich vom Anfang bis zum Ende, dramatische Höhepunkte wechseln sich mit ruhigeren Entspannungsphasen ab, gesungene Lieder mit instrumentellen Stücken. Die einzelnen Höhepunkte übertreffen jeweils ihre Vorgänger und es entsteht das Gefühl einer immer weiter gehenden Steigerung bis zum mitreißenden Finale in Miss you (3). Nach dem Hören ist es, wie aus einem wundervollen Traum aufzuwachen oder wie nach einem exzellenten Film im warmen Kino wieder an die kalte Luft draußen im Winter gehen zu müssen - dass persönlich erlebte Miss you (4) bezieht sich dann auf die klangliche Geborgenheit, die vorher die Musik gespendet hat.
So jedenfalls war meine Wahrnehmung, als ich erstmals versuchte, meine Begeisterung über dieses Album schriftlich mitzuteilen - und nichts Dauerhaftes zur Tastatur bringen konnte, weil jeder neue Song die Erfahrung des vorherigen in den Schatten stellte und nochmals eine Steigerung zu sein schien - und das obwohl schon das Intro zum Album fantastisch ist. Jeder Song hat seinen eigenen Zauber und ergreift auf seine eigene Weise, und dennoch gehören alle Songs zusammen.
Bezüglich der etwas objektiveren Kriterien kann ich den positivsten und begeistertsten bisherigen Rezensionen nur zustimmen: Das Album ist absolut professionell gemacht - einen qualitativen Unterschied zu professionellen Produktionen von Künstlern, die damit ihr Geld verdienen, kann ich nicht erkennen. Vor zwei Jahren, als ich das Album zum ersten Mal hörte, war dies die Tatsache, die am meisten meiner Gewöhnung bedurfte: Wie konnte etwas so gut sein und nicht sofort in großen Auflagen hergestellt und verbreitet werden? Hat die Welt keinen Bedarf mehr an Musik oder täuschen mich meine Sinne? Inzwischen bin ich davon abgekommen, diese unbeantwortbaren Fragen zu beantworten. Sollte es ein Bewertungskriterium geben, über das mich meine Sinne täuschen, so spielt dieses Kriterium jedenfalls für mich selbst keine Rolle.
Seit seiner ersten Erwähnung warte ich gespannt auf das zweite Album, denn die zwischenzeitlich erschienene EP "I'll send a postcard when I'm there" zeigt, was noch für ein riesiges Potential in dieser Band steckt - zu noch vielen weiteren tollen Songs, die aber doch wieder ganz anders als "Grounded" sein und in ganz andere Stimmungsgefilde entführen können.