Es ist wunderbar, wenn auf Jamendo plötzlich, unerwartet aber wohl erhofft ein Album auftaucht, das die Nachfolge eines schon bekannten und liebgewonnen Albums antritt _OHNE_ dabei enttäuschend zu sein, nein, vielmehr das vorausgegangene noch zu toppen! Und genau das ist mir hier wieder einmal passiert!
Dumm nur die Sache mit der Bepunktung: Das höchste auf dem Knopf da oben ist 10 und die habe ich schon bei "Recopilatorio" vergeben!
Was gibt's hier zu hören? Es dreht sich wieder um die eigenwillige Klangwelt von "Mi Rara Coleccion", die zwar auch diesmal durch das Klavier, die wohlbekannte und -tuende Stimme beschrieben wird, aber diesmal ausgeschmückt mit noch mehr Klang- und Instrumentalexperiment. Während das Piano zunächst brav etüdiert, dabei langsam ausfälliger wird, kann man sich den Gitarristen förmlich sich auf dem Boden wälzend, der Gitarre WhaWha-Schreie entreißend vorstellen - bis plötzlich alles zusammenbricht, der Sturm verstummt, die getragen Stimme wieder Ruhe, Sphäre und Träumerei zum Aufleben erweckt - und sodann brüllt wieder die Gitarrenfront gegen die Ruhe an, die doch immer wieder zwischendurch - manifestiert durch die Stimme - zeitweise die Oberhand gewinnt.
Insgesamt ist dieses Album geprägt von einem noch größerem Spektrum an Klangeindrücken, Stimmungen und vor allem viel Experiment, das von der herkömmlichen Liedform "Strophe, Refrain" immer mehr Abstand nimmt. Und das alles gelingt der Band mit einem wohldefinierten Set an Instrumenten, deren Klangfarben und -fülle ergiebig ausgeschöpft werden.
Eine weitere durchaus anregende musikalische Reise!