Eden Weint Im Grab
Beliebteste Titel
| 1 | 4:23 | 3966 Streams | |||
| 2 | 3:25 | 2763 Streams | |||
| 3 | 5:01 | 1496 Streams | |||
| 4 | 3:50 | 1275 Streams | |||
| 5 | 4:21 | 1193 Streams | |||
| 6 | 3:03 | 1179 Streams | |||
| 7 | 6:47 | 1142 Streams | |||
| 8 | 1:11 | 1098 Streams | |||
| 9 | 4:15 | 1039 Streams | |||
| 10 | 3:57 | 1027 Streams |
Alben
-
Traumtrophäen Toter Trauertänzer11 Titel
14/07/2009
Wissenswertes
Alexander Paul Blake, kreativer Geist hinter EDEN WEINT IM GRAB, marschiert nach Neotopia und lädt seine Hörer vollmundig ein, doch einfach mitzukommen. Im Gepäck hat er 13 neue Stücke, die wie eine schummrige Taschenlampe in das große Dunkel des Jenseits leuchten. Denn "Trauermarsch Nach Neotopia" ist zwar kein Konzeptalbum im klassischen Sinne, aber dennoch ist das Thema Tod allzeit präsent und zieht sich durch die Scheibe wie die Vergänglichkeit durchs Leben. Die wort- und bildgewaltigen, deutschen Texte stehen in der Tradition solcher Strömungen wie der Romantik, dem Symbolismus oder dem Surrealismus und können gleichsam als Gedichte gelesen werden. "Weltgeheimnis" wirkt wie ein Echo auf Hugo von Hofmannsthals gleichnamiges Gedicht, "An Die Nacht" ist ganz in der Tradition von Novalis eine Hymne an die Epoche der Romantik und in "Undine" wird Fouqués zauberhafter Wassergeist zur Schutzgöttin schlechthin erkoren - zum Symbol umschwärmter Weiblichkeit. In "Unter Dem Eis" und "Durch Sturm Und Äonen" indes erheben die Toten von der anderen Seite ihre Stimmen, wohingegen im Fall von "Krieg Im Wunderland" die orgiastische Energie des Kosmos in einen wahrlich aufrüttelnden Opener verpackt wurde. Die eigene Vergänglichkeit wird von verschiedenen Seiten aus beleuchtet und teils mit einem ironischen Augenzwinkern bedacht, womit man gängige Szeneklischees gekonnt umschifft. Denn trotz bisweilen pechschwarzer, nihilistischer Züge setzt sich am Ende die Ahnung durch, dass Geburt und Tod nur zwei Stationen einer weitaus größeren Reise sind. EDEN WEINT IM GRAB beschreiten diesen Lebensmarsch nach Neotopia, jenes Neue Utopieparadies, mit großer Wortgewalt und einer poetischen Magie, die in der Szene wahrlich eine Seltenheit ist.
Begonnen hatte EDEN WEINT IM GRAB (kurz: E.w.i.G.) einst als unspektakuläres Seiten-Projekt, da Herr Blake auf seinen anderen musikalischen Spielwiesen scheinbar zu wenig Platz zum Austoben fand. Im Jahre 2000 nahm er ein erstes Demo auf, das nicht zuletzt aufgrund der bescheidenen 4-Spur-Produktion nie veröffentlicht ward. Das Projekt wurde frühzeitig beerdigt und erhob sich erst anno 2004 wieder aus dem Grab. Das offizielle Full-Length-Debüt "Traumtrophäen Toter Trauertänzer" stellte man samt Artwork zum freien Download ins Internet, um die breitestmögliche Publicity zu erlangen und nicht als Newcomer in der Masse an Veröffentlichungen unterzugehen. Der Plan ging auf, denn EDEN WEINT IM GRAB Stücke wurden bis heute allein bei www.mp3.de über 50.000 Mal heruntergeladen. Vom regen Zuspruch und den wahrhaft euphorischen Reaktionen angespornt, zog sich Alexander Paul Blake Anfang 2006 in sein Berliner Studio zurück, um den Nachfolger "Trauermarsch Nach Neotopia" von der bloßen Vision in akustische Eruptionen zu übersetzen. Produziert hat er das Werk erneut als Einzelkämpfer - überwiegend nachts, bei Kerzenschein und mit viel Rotwein. Das lässt sich zumindest annehmen angesichts des finsteren Stilmixes aus Gothic, Death- und Black-Metal sowie einigen Elektronik-Partikeln, der sich erfolgreich gegen eine allzu leichtfertige Schubladisierung sträubt. Die 13 Hymnen todesbleierner Tragik vereinen gekonnt nachdenkliche und melancholische Stimmungen mit aggressiven und morbiden Momenten zu einem emotionalen, tiefschürfenden Klangbild. Und wie man es auch kategorisiert, der Name EDEN WEINT IM GRAB steht auf jeden Fall für Musik mit Phantasie, die eben jene beflügeln und in ferne Welten hinfort tragen soll. Ob die Reise "Heimwärts Ins Licht" gelingt, liegt einzig an der Vorstellungskraft des Hörers.
Deutschland - Berlin