Rezension zu
7 rezensionen
Das ist linksradikale Musik. Meinen die Texte von "Unter unserer Haut" von Früchte des Zorns. Das ist Folk. Meint die Begleitung von Streichern und Gitarre. Das Album ist streitbar und hörenswert.
Als "linksradikales Kollektiv" bezeichnen sich Früchte des Zorns. Ihre Musik sei der Gesang der Revolte und des Aufbruchs. Doch wer jetzt Punk oder andere harte Musik erwartet, hat sich gewaltig geschnitten. Denn Früchte des Zorns sind eine Folkband, die die politische Komponente des Folk ernstnehmen und sich nicht schämen, von der Revolution zu träumen.
Und so schmiegen sich Texte voller Unzufriedenheit mit den Verhältnissen oder Fragen nach dem Sinn in ein fast einschmeichelndes Kleid aus Geigen, Glockenspielen und ähnlichen Zutaten. Das ist nicht Woody Guthries Gitarre, die antrat, Faschisten zu töten. Das ist auch nicht Pete Seeger oder Hannes Wader. Das ist - so böse es auch klingen mag, linksradikale Wohlfühlmusik. Musik für die Party im Kleingarten nach der revolutionären Demonstration. Ist das ein Widerspruch? Kann man nur mit harter oder brutaler Musik die Menschen noch erreichen? Zum Glück nicht. Und die Party ist ebenso wichtig wie die Revolution oder die Hausbesetzung.
Weil es Revolutionsmusik sind, sind die Texte zuerst erstmal direkt. Leider geht damit oft der lyrische Subtext verloren, den die schöne Musik verdient hätte. Das ist Liedermacherei, wie ich sie nicht wirklich mag. Und so ist das Hörerlebnis ein durchaus zwiespältiges.
Als linkes Kollektiv veröffentlichen Früchte des Zorns ihre Platten natürlich unter freien Lizenzen. Und wer die Stücke mag, bekommt selbst Texte und Noten kostenlos dazu. Und wer gerne "echte" Tonträger ins Regal stellt, kann auf der Homepage der Band ihre Alben als CDs und "Unter unserer Haut" gar als Doppel-Vinyl erwerben.
Klasse Musik,schöne wahre Texte.
Ich mag eure Musik sehr!
Ich habe eure Alben auf meiner Musikseite:
http://algernon.de.to/
unter Folk gepostet.
Hoffe ihr werdet dadurch noch bekannter.
Bitte verbreitet die Seite weiter-danke
Grüße Algernon/spacehead
Länger her ist's, daß ich das album 'geherzt'
habe, und gerade mal wieder gehört.
Warum ich aber jetzt (erst) diese kurze Kritik
schreibe, das hat vor Allem mit der Kritik vom
Bluespfaffen zu tuen. Der hat schon systematisch
nicht nur das album, sondern auch gleich noch
die Musiker und das Links als Ganzes und Sym-
bolisches auseinandergeschraubt und die Teile
dann verworfen.
Was ist das Links?? Die Antwort kann nur lauten:
"Sicher nicht das, was schon mal war, so nochmal."
Sieht mensch nun hier nur das, was eingestellt
wurde, nämlich die Lieder, und hört die, ist das
etwas sehr weit dagegen ausgeschritten. Lasse ich
so nicht stehen. Ich kann aus den Texten nichts
Falsches heraushören. Dafür Einiges was, wenn
nicht Heute, dann Morgen als richtig erkannt
werden wird. Einfach so.
Vergleiche mit irgendwelchen Koryphäen der Blues
aus anderen Zeiten, an anderen Orten ziehe ich
nicht - es macht keinen Sinn das zu tuen. Dies
ist Musik für das Jetzt und keine Anleitung wie
sich im weiten Land der kapitalen pionieers eine
Existenz bestreiten läßt, indem man versucht die
Unzufriedenheit und Wut in folgenlose Untätig-
keit zu verwandeln: I love the blues, they hurt
so nice.
Das sind zwei verschiedene Schuhe und die geben
kein Paar.
This whole album was just like sweet music to my head and heart. As I sat and listened and took in all, it had to offer me. Even thou, I didn't speak the lingo. I enjoyed the feel and the vibe and the catchy, warm, haunting sounds of the vocals and the hypnotic, pleasant, feel to this German, pop, folk, blues soundscape.