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Dieser schon etwas bekanntere Fünfer aus Osna und Hagen überzeugte vom ersten Song an mit hartem, progressivem Emo-Rock ohne viel Geschrei, das, wenn es denn mal zum Einsatz kam, einem blitzartigen Orgasmus gleichkam. Dem braven Menschen am Mikro würde man allein vom optischen (nicht böse gemeint) weder den außerordentlich sicheren Gesang, noch die gute Stimme und das entladende Screaming zutrauen, denen er sich, umringt von seinen Vier Mitstreitern, die von der ersten Minute an Glaubwürdigkeit und Erfahrung gepaart mit Spaß und Hingabe vermittelten, bis zur Ekstase hingab. Dieser Kerl dort auf der Bühne vereinte ziemlich alle Qualitäten, die der souveräne Allroundsänger heutzutage so vorzuweisen hat: eine gute, zarte Singstimme, glasklare Kopfstimme sowie ohrenbetäubende Screamoqualitäten. (...)
Die Fünf rockten sich zwischen "Paradise Lost", "Disturbed" und "Finger Eleven" hin und her und boten eine Vielfalt und ein Ohrwurmpotential dar, (...) Applaus, Applaus.
Alles in allem ein catchy Team, von dem man noch hören wird, wenn man nur will.
Der Fünfer aus Osnabrück/Münster vereint moderneren Alternative, Progressive Rock und Metal zu einem harmonischen Ganzen und lässt auch gelegentliche Ausflüge ins Jazzigere nicht aus. Die Stadion-Refrains, wie z. B. im zweiten Song „Sleep“, bestechen vor allem durch die großartige Stimme Daniel Niemanns. Besonders im 9-Minüter „Painting“ zeigt er vom rauen "James Hetfield"-Style-Gesang, zur glasklaren Kopfstimme bis zum aggressiven Shouting seinen Stimmumfang. Auch die ausgezeichnete Gitarrenarbeit von Stefan Timm und Wolfgang Sander bietet von harten Riffs und Soli bis zum ruhigen Picking alles, während Drums und Bass das Fundament des Ganzen bilden.
Als musikalische Querverweise wäre wohl vor allem die „Depeche Mode“-Phase von „Paradise Lost“ zu erwähnen, aber hin und wider scheinen auch so verschiedene und modernere Kandidaten wie „Disturbed“ und „Dredg“ durch. Auch live überzeugen Radiant durch Perfektion und Bühnenpräsenz.