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croon papillon

Berlin, Gießen, Germany


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improvisation guitar solo quiet electric

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croon papillon EP sketches
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croon papillon ist ein musikalisches Improvisationsprojekt zur Untersuchung des Wechselseitigen zwischen Komposition und Improvisation. Das Projekt wird als Teil autodidaktischer Studien und Arbeiten in den Bereichen Kunst, Musik, Literatur verstanden. Die Studien sollen die Schnittstellen zwischen individuellen Schaffens- und Lernprozessen und den gewohnten Unterrichtsformen in der Schüler-Lehrer-Begegung aufdecken und nutzbar machen. Die Verknüpfung solcher Prozesse ist Thema kunst- und musikdidaktischer sowie pädagogischer Überlegungen. Dabei geht es auch um den Versuch, psychologische Grundlagen und die Bedeutung von (Auto-)Hypnose im Schaffensprozess zu erörtern.

Die hier vorgestellten musikalischen Skizzen verweisen auf den kreativen Schaffensprozess und die Eigenständigkeit des geschaffenen Fragments als Dokumentation des Prozesses. Zuerst aber sind sie deutbare Gegenstände in Kontexten, die von Künstler und Betrachter definiert werden.

Was ist eine musikalische Skizze?

Eine zeichnerische Skizze wird oft bestaunt: „Da kann man das Potential des Künstlers ersehen. Und welche Skizze Grundlage oder Studie für ein weiteres Meisterwerk war.“ Die Skizze ist ein Teil des Weges und wie das Werk entsteht sie mit Entschluss zur und Ausführung der Bewegung.

Skizzen anzufertigen bedeutet nicht: „unsauber“ zu zeichnen. Skizzen sind Versuche, neue Wege zu gehen, neue Bewegungen auszuprobieren, zu verfeinern, zu routinisieren und angemessen Bewegungen von unangemessenen unterscheiden zu lernen. Skizzen gehören zu einer Methode des bewussten Verlaufens, um Wege zu Orten zu entdecken und zu erforschen, die man ansonsten verpassen würde.

Eine musikalische Skizze ist selbst schon eigenständiges Werk. Wird sie im Kontext eines langen Schaffensprozesses verstanden, dann dokumentiert sie den Weg zu späteren Werken. Skizze und Werk sind sowohl eigenständig, als auch Dokument und Fragment.

Was unterscheidet die musikalische Skizzen von der zeichnerischen?


Im Wesentlichen gibt es keinen Unterschied. Beide entstehen durch die schaffende Bewegung des Künstlers. Sie dokumentieren die ausführende Bewegung, die Klang oder Geräusch verursacht oder z.B. mit einem Bleistift Spuren auf dem Papier hinterlässt.
Wenn wir eine Zeichnung betrachten, sehen wir die zeichnende Bewegung des Künstlers nicht mehr. Wir können versuchen, sie zu rekonstruieren. Sämtliche andere Bewegung des Künstlers geht für den nachträglichen Betrachter oder Hörer einer Musikaufnahme verloren und kann nur teilweise und mit großer Mühe entschlüsselt und nachempfunden werden.

Wer vom Künstler lernen will, sehe ihm zu. Wer von den Skizzen lernen will, muss die zeichnende Bewegung nach(voll)ziehen. Wer zeichnen will, der zeichne.

„Du willst ein Dichter sein, so sprich!“ (ald)

Musikalische Skizzen werden also beim Üben angefertigt. Es bleibt ein wesentlicher Unterschied zur Zeichnung: Musikalische Skizzen werden selten als Audio- oder Videoaufnahme aufgezeichnet. Entweder fehlt das nötige Equipment, oder der Einsatz wird vernachlässigt, möglicherweise belächelt, da einem die „Qualität“ der musikalischen Darbietung zu gering, zu fehlerhaft scheint. Jedenfalls bleibt von musikalischen Skizzen, sofern sie nicht aufgenommen wurden, nichts zurück, als die Erinnerung des ausführenden Musikers an die Bewegung und weitere sinnliche Eindrücke.

Für den Künstler, der Skizzen anfertigt, sind sie also nicht allein als Produkt bedeutsam. Der Künstler kann seine eigenen Skizzen auf eine Weise studieren, die anderen verschlossen bleiben muss, da er die eigene Bewegung erinnert und sensibel und aufmerksam nachempfinden kann.

Das gilt auch für musikalische Skizzen.

Die hier vorgestellten Aufnahmen sind solche Skizzen. Der Titel Bewegung Nr.1 beispielsweise ist eine Improvisation, die ich für einen Vortrag zu Bewegung und zeichnerischer Skizze angefertigt und aufgenommen hatte, um auf das zu verweisen, was die Skizze ausmacht, in der Betrachtung und in der Skizze selbst aber nicht mehr vorkommt: die schaffende Bewegung des Künstlers.

Fast alle hier vorgestellten Skizzen sind first takes (Erstaufnahmen), ungeschnitten und ohne besondere Aufarbeitung. Es wurde lediglich etwas Raumklang hinzugefügt.

Sie dienen als Dokumentation und Grundlage für weitere Arbeiten. Als Improvisationen weisen sie auf Kompositionen, die nach ihrer Analyse und Notation geschaffen werden. Hier zeigt sich das Wechselseitige zwischen Improvisation und Komposition. Der Titel Tale ist eine Komposition, die auf musikalischen Skizzen beruht. Die durch die ausführende Bewegung gewonnene Erfahrung wird selbstverständlich für weitere Skizzen sinnvoll genutzt.

Lassen Sie sich Zeit beim bewussten Hören meiner musikalischen Skizzen und fertigen Sie eigene an! Spielen Sie Ihr Instrument, verwenden Sie Ihre Stimme, klappern Sie mit dem Geschirr und nehmen Sie ihre Skizzen auf und nehmen Sie sie ernst!

Ich wünsche viel Freude daran!

-Alexander-Lars Dallmann (ald) - 2009

 

English translation in progress.

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