Berlin ( BE ) - Alemania
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Schlachtrufe Espana. Der Punk wird nicht neu erfunden, aber ausgezeichnet nachempfunden.
Der Titel des Albums »demo« ist wohl eher Understatement, denn besser als ein Demo klingt das hier allemal. Chilliger Jazz, Oldschool, nette Arrangements und Ideen, aber ein wenig zu wenig Innovation. fonetik verlassen sich auf das, was man kennt. Die wenigen Samples wirken schüchtern und gehen fast unter.
Mit »demo« demonstrieren fonetik, dass sie Musik machen können. Ich bin gespannt, was dabei heraus kommt, wenn sie sich von den konventionellen Schemata befreien.
Basslines. Beats. Pads. Loops. Arrangements. Produktion. Perfekt aufeinander abgestimmt. Ja, es ist jazziger Electro und nicht jeder wird sich damit anfreunden können. Aber es ist -- verdammt gut! Nur ein bisschen länger hätte es dauern können ...
try^d nehmen die DNS eines Stückes, vermengen sie mit der DNS eines zweiten Stückes und kreieren somit ein neues drittes Stück. Ganz so einfach ist die Formel nicht, es sind nicht immer nur zwei Stücke, schließlich stehen ja auch ungezählte Stücke zur Verfügung. Ob das illegal ist oder nicht? -- Spielt doch keine Rolle, sind doch Independent Artists, die dürfen das, die dürfen alles -- so die Aussage des Intros. Und ich als Hörer bin Independent Listener, also was soll's.
Rechtlich gesehen also ein ziemlich mutiges Projekt, musikalisch gesehen sehr hörbar, mir persönlich ein bisschen zu poppig -- liegt das nun an try^d oder an der DNS? Selbstredend an try^d. Manchmal laufen die Loops kurzzeitig in verschiedenen Tempi und man hört die Artefakte des Resamplings, aber insgesamt ist dies trotzdem: Sampling auf extrem hohen Niveau.
Es sollte wohl Big- oder BreakBeat werden und manchmal sind die Ideen auch ganz nett -- was leider nichts nützt, wenn die Ausführung derart hölzern daher kommt. Die Beats haben keinen Flow, sondern erinnern an Volks- oder Marschmusik, die Synths dudeln dazu belanglose Loops. Immerhin setzt sich die Ansage nur selten fort.
Ich bin mir bis jetzt nicht sicher, ob dieses Album tatsächlich ernst genommen werden will. Sollte es nicht ironisch gemeint sein -- lache ich trotzdem.
Irgendwo zwischen TripHop, Ambient, Electro und Jazz liegt JT25. »Only One« gefällt mir mit Abstand am Besten, diesem Stück solo gäbe ich 8 Punkte: Interessante Beats & Pads, dazu eine merkwürdig bearbeitete und doch passende Stimme.
Die anderen Stücke sind gewöhnlicher, technischer, ihnen fehlt weitestgehend das jazzige Element. Außerdem wünschte ich mir ein wenig mehr Wärme beim Gesamtklang, ein bisschen weniger Präsenz stünde den Stücken gut.
Mit »Endless Work In Progress« haben 16Pac ein ausgereiftes Electro Pop-Album kreiert. Die Melodien sind eingängig, der Gesang angenehm, die Instrumentierung interessant. Wenn Pop immer so klänge, dächte ich über die Anschaffung eines Radios nach. So bin ich froh, dieses Album gefunden zu haben.
Ich höre Mogwai, höre Elliott Smith, eventuell auch Muse oder Sean Lennon -- ich höre VS.
VS ist abwechslungsreicher Postrock, der manchmal sogar ein bisschen zu rockig für Post- ist. Angenehmer Gesang, schöne Melodien, interessantes Sampling -- einfach gut. Und wenn's vorbei ist, einfach noch einmal Play drücken.
Auf »Encre« befinden sich ebenso wie auf »L'autre endroit« filigran ausgearbeitete Instrumentals. »Encre« ist flächiger, die Perkussion ist dezenter -- trotzdem wirkt es nicht unbedingt ruhiger, sondern eher wie die Ruhe vor dem Sturm. Leider fehlt der Sturm selbst ebenso wie wiederum eine Leadstimme. Es wirkt ein bisschen wie ein Soundtrack. Dennoch oder gerade deshalb gefällt es mir sehr.
Silence stehen für sehr feinen Electro mit Liebe zum Detail. »L'autre endroit« ist dabei aggressiver als »Encre«, die perkussiven Elemente sind vordergründiger und somit ist es leichter zu verzeihen, dass es keine Leadstimme gibt. Gäbe es diese -- in welcher Form auch immer -- wäre Silence perfekt. So höre ich diese Musik besonders gern beim Malen oder Schreiben.