Teksty
schon ein viertel jahrhundert. was für ein begriff für zeit
ich hab die augen verbunden. betaste die unendlichkeit
ziviel stress und zuviel druck nimmt mir die ruhe und die stunden
und wer sagt hier die zeit sie eine linie nicht gebunden
immer gerade sie ist mehr eine kugel auf einer spirale
was den menschen betrifft interessiert das endprodukt
wie viel saft wie schnell aus welcher frucht
aus angst vor der zeit hat man sie räumlich begrenzt
umkreist umbebunden und mit zeigern bekränzt
im sekundentakt auf sie gezeigt damit nichts unendliches bleibt
das ewige ticken das schweigen vertreibt
zeit zu verplanen. zeit grenzen zu setzen. zeit zu erahnen
wie die planer sich vernetzen. zeit nur erwähnbar
als klarer begriff ohne begrenztheit. ewiges fallen vom riff
alles was uns unterscheidet und doch für alle gleich
wie einer stetig den zeiten ausweicht
während der eine rennt und der dritte verpennt
zeit geschichte die uns trennt und dann aneinander presst
zeit die uns raum gibt und mit uns räume verlässt
flut und ebbe lassen uns trocken und durchnässt
vergesst was gestern nie geschah und morgen nicht ist
was jetzt ist was währt und ich zu oft vermiss
zukunft und vergangenheit ist hoffnung, erinnerung
zum menschsein bedingung. doch die durchdringung
dieser künstlichen grenze damit mensch mit jetzt und zeit
verschmelze nenn ich leben und das leben zu lieben
agieren kämpfen sterben oder siegen
gezeiten breiten sich gleitend aus
brechen schweigend und lärmend mit der türe ins haus
ohne ordnung ohne sinn für den richtigen moment
fühl ich mich oft überrollt und von geschehen bedrängt
beengt am roten faden erhängt
irgendwo fällt ein glas und dann stossen sich dinge weiter an
ein rad kommt ins rollen. fernes donnergrollen
das rad stösst von hinten und ich falle ins wasser
der blitz schlägt ein und ich werde blasser
getroffen. am schicksal ersoffen
geschehnisse sind ursprung dessen das alles tun bedingt
bedingung und grundlage ist das muster das nicht stimmt
das system das sich verfehlt. seine einzelteile quält
mit den opfern der folgen seiner fehler
wir leben unter druck stunden und sekundenzähler
lassen uns erbleichen vonseren träumen abweichen
weg mit den uhren. weg mit den festgefahrenen schienen
ihr wollt die zeit die uns teilt
ich geb euch tickende bomben
wir schmeissen eure wecker in eure katakomben
in zukunft wird nichts nie mehr unwichtig sein
was morgen zählt ist der wille allein
woich nicht mehr mensch bin sondern sich windende masse
die realität mein käfig den ich lachend verlasse
meine gedanken die achse um die mein körper sich dreht
vergeht in flammen brennende hitze und verlangen
der wille zu leben nichts zu vergeben diesen moment zu lieben
brechen oder biegen. sterben oder siegen
irgendwann geht überzeugung über macht
ich hab die schwäche in verdacht
schwäche die weiter stösst. gegendruck erzeugt
und so weiter entblösst. unter den teppich geschoben
staubkorngrosse teile verwoben
wie schätze aufgehoben die sich innig vereinen
zellen formen und sich teilen. trotzdem zu oft spalten
vom gehen abgehalten. sie warten unterteilt in sparten
die elenden der tage. kinder der knäste
schwebend taumelnd am aussenrand der äste
was nicht da ist, zieh ich an den haaren herbei
löscht meine vergangenheit, meine datei
ich bin in mir allein. ich bin mein eigener keim
ich will brennen. euch die mauern einrennen
ihr falschgezündete raketen blindgänger
rauchbomben elektronische poeten
ein vierteljahrhundert doch ich habe keine angst
durch angebrochene takte tanz ich mit eleganz
ich nehm den knüppel aus dem mund
lass meine katze aus dem sack
umgeh die selbstgegrabnen gruben
bis mich der bär von hinten packt doch es ist mir egal denn
was nicht da ist zieh ich an den haaren herbei
löscht meine vergangenheit, meine datei
ich bin in mir allein
ich bin meine eigener keim